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Anfang Februar versammelte sich Deutschlands Street/Dirt-Elite
zum ersten Stop der vom MTBR-Mag ins Leben gerufenen Homegrown-Tour
in Wuppertals renommierter Skatehalle Wicked Woods. Mit den beiden norwegischen
Pros Trond Hansen und Nils Windfieldt waren aber auch namhafte Rider
aus dem Ausland anwesend. Das besondere an der Homegrown-Tour war, dass
sich nicht nur die gesponserten Topfahrer miteinander messen konnte,
sondern auch für den Street-Nachwuchs die Möglichkeit bestand,
sich ins Rampenlicht zu rücken und somit Sponsoren auf sich aufmerksam
zu machen. Für den besten der Amateur-Klasse gab es neben einem
GIANT Dirtbike auch einen Platz im Homegrown-Team zu gewinnen. Für
viele ging es nur jedoch nur ums Dabeisein und Spaßhaben. Also
war die Halle gut gefüllt, die Atmosphäre gechillt und das
Level des Fahrens erstaunlich hoch. So waren 360er über die Jumpbox
fast Standard - und das in der Amateurklasse!
Bisher eher unbekannte Fahrer wie Simon Schmidt, Amir Kabbani und Pierre
Grawitter demonstrierten vor den Augen der Judges, dass sich der deutsche
Street-Nachwuchs nicht vor den Profis verstecken muss: Mit Backflips,
Tailwhips und 360ern wurde nicht gegeizt und am Ende stand der Wuppertaler
Local Pierre Grawitter ganz oben in der Gunst der Judges. Er hatte sie
mit sauberen Backflips, einem harten Tailwhip und einem spektakulären
360er Transfer von seinem Können überzeugt. Für die zuletzt
genannten Tricks brauchte er mehr Versuche, da es aber ein Best-Trick
Contest war wurden Läufe mit vollem Risiko den sauberen Runs soliderer
Fahrer vorgezogen. Den zweiten Platz holte sich verdienterweise Amir
Kabbani aus Boppard, der schöne NFCC Indian-Airs, einen 360er Drop
und Truckdrivers in seine Runs eingebaut hatte. Aus Chemnitz kam der
drittplazierte Youngster Hannes Käbisch, der den gesamten Parcours
ausnutzte und neben seinen hohen Airs mit einem spektakulären Abflug
beim Backflip-Versuch auffiel. Nun komme ich zum Pro-Contest, dem ich
angesichts des Top-Fahrerfeldes erwartungsvoll entgegenfieberte. Konnte
die Action nach dem Feuerwerk an Tricks bei den Amateuren noch gesteigert
werden?
Ich nehme es euch vorweg - das Limit wurde noch weiter gepusht...
Sowohl die Judges Tarek Rasouli, Kent Pettke und Markus Beckedahl als
auch das Publikum bekamen eine super Show geliefert. Bevor ich anfange
von den Young Guns zu schwärmen, muss ich euch noch vom am Ende
Zehntplazierten Eddy Madzuga (36) berichten: Der ehemalige Vert-BMX-Meister
zeigte der jüngeren Generation, wie man sich richtig hoch aus der
Quarter raushaut. Nebenbei spulte er noch Flips, einen 360er-Onehand
und 540s vom Programm, hatte am Ende jedoch wohl zu sehr auf seine nicht
gestandenen Nosepick-Tailwhips auf der Spine gesetzt. Pechvogel des
Tages war Joscha Forstreuther, der sich relativ früh bei einem
Sturz einen Kreuzbandriss zuzog - 6 Monate Bike-Abstinenz...
Von den jüngeren Fahrern vielen besonders Marius Hoppensack (180
Barspin über die Spine), Patrick Schaller (Flips, 360er und extended
NFCCs) und Basti Schlecht auf. Aufs Siegerpodest schafften es dann letztlich
drei bekanntere Gesichter: Carlo Dieckmann rockte auf seinem neuen Cannondale
auf den dritten Platz und zeigte saubere, variantenreiche Runs mit Flips,
360ern, Walltaps, Handplants und 540s. Der zweite Platz ging an Nils
Windfieldt aus Norwegen, der mit Supermen, NFCC Indian Airs und Tailwhips
seine Flugshow über die Jumpbox zelebrierte. Zum Gewinner des Contests
wurde der brakeless-fahrende Moshcore-Rider Marko Daschke gekürt.
Sein präsentiertes Trick-Portfolio beinhaltete Tailwhips in den
verschiedensten Variationen (z.B. Tailwhip to Desaster) und er war sich
nicht zu schade, am Ende noch einen 360er Drop aus dem Handgelenk zu
schütteln. Das wars auch schon vom ersten Event des Jahres 2006,
ich hoffe dass auch der nächste Winter wieder ähnliches zu
bieten haben wird - ich bin gespannt.
Patrick Schaller mit einem sauberen NFCC
Carlo flipt über die Box
Noch mit heilem Kreuzband - Joscha beim NFCC
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