[zurück]

RED BULL Ride the Stairways - Solingen-Gräfrath


Als nächstes stand ein Bike-Event der etwas anderen Art auf meinem Terminkalender: Der Ride the Stairways-Jumpcontest war nämlich eine Kombination aus Ski-, Snowboard- und Bike-Luftakrobatik. Vertreter aus diesen drei Funsportarten schossen sich wie schon im Vorjahr am selben Sprung in die Lüfte, um ihre Tricks und Verrenkungen zu performen. Der Aufprall erfolgte in einer großen Schneelandung, was den Jungs mit den Brettern unter den Füßen gut gefiel, denn der Schnee war schön weich und tief. Für die Biker jedoch bedeutete diese einerseits haarsträubende Stürze und andererseits die Möglichkeit etwas neues zu probieren, da der Schnee die Landungen etwas abdämpfen konnte. Die Rider oben auf der Startrampe waren nicht zu beneiden, denn ob die Landung sauber, glimpflich oder katastrophal verlaufen würde, war ungewiss. Für das Publikum war das natürlich spannend und spektakulär.
Es herrschte eine gemütliche Stadtfest-Stimmung in der beschaulichen Altstadt Solingen-Gräfraths. Es war ein bisschen wie auf einer Kirmes: Leute aus allen Altersklassen waren gekommen, um zusammen mit den anderen Anwesenden die Show der Funsportler zu genießen, und sich mit heißem Glühwein und Red Bull zu wärmen. Da auch einige Locals am Contest teilnahmen, traf man auch auf deren unterstützenden Cliquen und einige besorgte Mütter (Zitat: "Diese Skateschalen bringen doch überhaupt nichts - schlimm!"). Da alles sehr eng gebaut worden war, bekam das Publikum in der ersten Reihe immer viel Schnee von den Bremsmanövern der Fahrer ab, was mit freudigen Aufschreien der jüngeren Zuschauer quittiert wurde. Aber komme ich nun zum eigentlichen Contest: Am Start waren neben den besagten Locals mit ihren dicken Downhill-Maschinen auch bekannte Größen der Freeride-Szene, unter anderem Jan Stötzer, Marius Hoppensack, Grant Fielder (Kona), Chris Smith (GT), Jochen Buchholz usw...
Es folgen nun die Highlights des Contests:
· Jochen Buchholz versuchte sich an 360ern und Tailwhips, was meistens jedoch mit spektakulären Abflügen endete. Später wollte er noch um 720° kreiseln, was ihm aber nicht ganz gelingen wollte (aua...).
· Jan Stötzer und Ralf Schupp gehörten zu den wenigen, die es häufiger schafften ihre Sprünge sauber zu landen, ohne wegzurutschen oder über den Lenker abzufliegen. Dass sie dabei noch Nohander, NFCCs und Backflips zeigten, war meiner Ansicht nach sehr beeindruckend.
· Mike Plümacher haute sehr hohe Backflips raus und wurde dementsprechend vom Publikum frenetisch gefeiert.
· Chris Smith aus GB zeigte Tailwhips und wird den meisten wohl mit seinem in der Mitte gebrochenen BMX-Sattel lange im Gedächtnis bleiben. Hoffentlich hat das keine Spätfolgen für seine Familienplanung.
· Marius Hoppensack zeigte Pendulum Airs, Double Barspins und 360er. Da er meistens auch noch sauber landete, wurde er verdienterweise zum Sieger des Contests gekürt.

Abschließend möchte noch meinen Respekt und meine Bewunderung für den Mut und das Können aller gestarteten Fahrer äußern - ich fand es einfach nur krass! Dank auch an Organisatoren vom MTBR-Mag, an die Skihalle Neuss und all die tüchtigen Schneeschaufler! Weil die Biker mir aber mit all ihren Abstürzen leid taten, halte ich das Konzept mit der weichen Schneelandung nicht für allzu sinnvoll. Es war zwar spektakulär, weil mir jedoch viel an sauberen Jumps mit gestandenen Tricks und an der Gesundheit der Fahrer liegt, halte ich Jumpcontests mit anständigem Landehügel für sehenswerter.



Bergamont-Rider Mike P. rotiert in den Schnee



UK-Rider Chris Smith mit einem Nohander



[zurück]